Backpacking Südafrika: Zwischen Kakerlaken und Luxusbädern

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[aesop_chapter label=“bla“ title=“Wie alles begann“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/DSC02040.jpg“]

„Schule vorbei und raus in die weite Welt“ – das dachten Laura und ich (Jeanette) uns auch, nachdem wir im Jahr 2013 unser Abitur endlich erfolgreich absolviert haben. Seit der fünften Klasse kennen wir uns schon, neun Jahre haben wir zusammen die Schulbank gedrückt und schon seit langer Zeit träumen wir von einer gemeinsamen Reise nach Südafrika.

Am Abend unseres Abiballs wird unser Traum endlich war. Denn als Belohnung für die erfolgreiche Bewältigung unserer Schullaufbahn haben unsere Eltern haben sich den typischen Abitur-Geschenke-Quatsch erspart und lediglich ein Couvert liegt auf unserem Platz. Darin befindet sich das Startkapital für unsere lang ersehnte Afrika-Reise. Noch am selben Abend buchen wir die Flüge. Wir können unser Glück kaum fassen.

Eine Woche später geht es los. Die Organisation ist abgeschlossen, die Reiseroute steht, Unterkünfte sind gebucht und die Koffer sind gepackt. 21 Tage Abenteuer, 9400 Kilometer von zu Hause entfernt, warten auf uns.

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[aesop_chapter title=“Kapstadt“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/Kapstadt-Stadt-4.jpg“]

Nach etwa 12 Stunden Flug haben wir unser Ziel endlich erreicht. „Welcome to Capetown“ krächzt es aus den Lautsprechern unseres Airbus. Auf unserem Weg zum Transfer-Bus betreten wir zum ersten Mal afrikanischen Boden. Der erste Eindruck ist enttäuschend: von exotischen Gerüchen, Geräuschen und Urlaubsgefühlen weit und breit keine Spur.

Zwei geschlagene Stunden später sitzen wir in einem Taxi in Richtung Kapstadt-City. An uns vorbei ziehen kleine Vororte und öde Landschaften. Alles wirkt sehr europäisch. Nur der schwarze Taxifahrer, der lauthals afrikanische Radiohits mit schmettert, erinnert uns daran, dass wir uns tatsächlich am anderen Ende der Welt befinden.

Unsere Laune bessert sich erstmals, als wir um 17:30 Ortszeit unsere erste Unterkunft erreichen. Das gebuchte Apartment liegt unmittelbar an der Waterfront, dem Hafengebiet Kapstadts. Wir haben Blick auf den Südatlantik, unserer Unterkunft ist riesig und erstaunlich luxuriös – an kaum einem Fleck dieser Erde würden wir ein Apartment dieser Art für einen solch günstigen Preis bekommen. Zum ersten Mal haben wir ein Lächeln auf dem Gesicht. Trotz der Müdigkeit, die sich nach und nach in uns breit macht, brechen wir auf, um unsere Umgebung zu erkunden.

Die Waterfront ist sehr touristisch geprägt. Es reihen sich unzählige Kaffees und Restaurants aneinander, in den Touristenshops stapeln sich Tassen und Kuscheltiere bis unter die Decke und Menschenmassen strömen über die Promenade. 80% Weiße, 10% Schwarze. Wir gehen früh schlafen. Trotz der Strapazen der gestrigen Anreise sind wir noch vor unserem Wecker wach. Von unserem Balkon aus genießen wir den Sonnenaufgang bei einer Tasse Kaffee. Die Tafelberge erstrahlen in einem majestätischen rot und die ganze Stadt ist in ein bezauberndes Farbspiel gehüllt. Ein straffer Tagesplan liegt vor uns. Um einen Überblick über die Millionenstadt zu bekommen, buchen wir eine Tages-Bus-Tour. Wir lassen uns durch die Stadt chauffieren, steigen mehrmals aus, um die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt in Ruhe begutachten zu können. Unsere Stadttour endet mit einem Abstecher auf den Tafelberg, zu dessen Füßen sich die Stadt erstreckt. Der Ausblick ist phantastisch. Von oben und aus einiger Entfernung ist die Stadt eindeutig beeindruckender. Am nächsten Tag holen wir uns unser Auto ab, das wir für die nächsten Tage gemietet haben. Um uns an das Verkehrsnetz zu gewöhnen, machen wir einen  Ausflug zum Boulder‘s Beach. Endlich bekommen wir einen Einblick in die atemberaubende Natur dieses Landes. Die Pinguine, die dort an der Küste leben, sind davon stets unbeeindruckt.

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[aesop_chapter title=“Stellenbosch“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/Stellenbosch-6.jpg“]

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Nach zwei spannenden Tagen in der Großstadt, brechen wir auf in Richtung Stellenbosch – einer idyllisch gelegenen Studentenstadt nur eine Stunde Fahrzeit von Kapstadt entfernt. Bekannt wurde Stellenbosch als Zentrum eines der besten südafrikanischen Weinanbaugebiete und als Sitz der renommierten Stellenbosch-Universität.

Wir sind begeistert von Land und Leuten. Schon am ersten Abend lernen wir mehrere Studenten kennen, mit denen wir auch den anschließenden Tag verbringen, die Gegend erkunden und mehrere Weingüter besuchen. Die Zeit in Stellenbosch endet nach zwei langen Nächten mit einem bösartigen Kater.

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[aesop_chapter title=“Knysna“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/Knysna-1.jpg“]

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Den sechsten Tag unserer Reise verbringen wir größtenteils im Auto. Knysna liegt an einer rund 20 Quadratkilometer großen Lagune, die nur durch eine schmale felsige Einfahrt – die Knysna Heads – mit dem Indischen Ozean verbunden ist. Rundum Knysna erwartet uns eine Vegetation, von der wir nie zu träumen gewagt hätten. Der Knysna Forrest gleicht einem Urwald – exotische Bäume, Sträucher und Blumen wohin das Auge reicht.

Auch die Lagune überzeugt mit wunderschöner Natur. Verlassenen Buchten und langgezogene Sandstrände laden zum Baden ein – schade nur, dass hier momentan Winter herrscht.

Von Knysna aus geht es weiter nach Port Elizabeth. Dort geben wir unseren Mietwagen ab und fliegen mit dem nächsten Flug nach Durban. Wir landen erst spät am Abend sicher in Durban, verbringen dort eine Nacht in einem kleinen Hostel, um am nächsten Morgen möglichst früh in Richtung Shakaland aufzubrechen.

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[aesop_chapter title=“Shakaland“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/Shakaland-1.jpg“]

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Das Shakaland Zulu Cultural Village liegt in der Nähe des kleinen Ortes Eshowe. Es ist das älteste Zulu Kulturdorf und wurde als Kulisse für den Spielfilm „Shaka Zulu“ errichtet. Die Zulu sind eine afrikanische Volksgruppe mit über elf Millionen Menschen und somit die größte ethnische Gruppe Südafrikas. Sie leben hauptsächlich in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Die Sprache der Zulu ist isiZulu.

Wir übernachten in den traditionellen geflochtenen Zulu Rundhütten. Während unseres Aufenthalts in dem Zulu-Dorf erlangen wir einen Einblick in die einstige, traditionelle Lebensweise der Zulus. Wir erfahren viele interessante Dinge über das Sozialsystem und die Lebensweise der Zulus, über ihre Riten und Bräuche sowie die Bedeutung von Kleidern, Schmuck etc.. Bei der Vorführung der Kampftechnik der Zulu wird uns ein wenig flau im Magen – erst das Zulu Bier und das traditionellen Essen sorgen dafür, dass wir gesättigt und zufrieden die letzte Nacht verbringen. Auch wenn einige ungebetene Besucher (bekannt und berüchtigt unter dem Namen „Kakerlaken“) sich als neue Bettnachbarn entpuppen und uns das Einschlafen erschweren, sind wir am nächsten Morgen fit für unsere Weiterreise nach Hluhluwe.

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[aesop_chapter title=“Hluhluwe“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/Hluhluwe-5.jpg“]

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In Hluhluwe erleben wir den teuersten, aber auch schönsten Aufenthalt unserer Südafrika-Reise. Wir übernachten in der Leopard Mountain Game Lodge. Die Lodge ist traumhaft gelegen inmitten des Leopard Mountain Reserves.

Wir haben von unserem Chalet aus einen Blick über die ganze Ebene des Nationalparks, in dem die „Big Five“ – Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard – beheimatet sind. Jeden Morgen werden wir vor Sonnenaufgang geweckt, um rechtzeitig zur Morgendämmerung zu einem Game Drive aufzubrechen. Unseren beiden Guides entgeht keine einzige Regung im Dickicht: wir sehen Leoparden, Büffel, Antilopen, Zebras und vieles vieles mehr. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensumfeld live beobachten zu können.

Die Mittagspause nach dem ersten Game Drive nutzen wir, um bei einem Tee den Ausblick zu genießen – selbst nach 3 Nächten konnten wir uns nicht daran sattsehen. Abends findet eine zweite Safari-Tour statt, bei der wir pünktlich zu Sonnenuntergang auf einer kleinen Anhöhe halten, von der wir aus bei einem Glas Wein den spektakulären Sonnenuntergang betrachten können. Unterkunft, Game Drives, Essen und Leute – die drei Tage sind für uns das reinste Paradies.

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[aesop_chapter title=“Krüger National Park“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/Krüger-NP-31.jpg“]

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Nur schweren Herzens haben wir Abschied von Hluhluweh genommen. Die 5-stündige Fahrt bis zum südlich gelegenen Malelane-Gate des Krüger National Park fällt uns umso schwerer. Erst als wir die Grenze von Swaziland erreichen, werden wir aus unserer Trübseligkeit gerissen.

Swaziland ist ein kleiner Binnenstaat im Nord-Osten Südafrikas. An der Grenze stehen mehrere Männer mit Maschinengewehren und blicken uns düster hinterher, als wir unsere Pässe vorzeigen und glücklicherweise direkt durch gewunken werden. Swaziland durchqueren wir mit durchschnittlich 20 mph mehr auf dem Tacho, als erlaubt. Wir fühlen uns hier nicht allzu wohl und wollen schnell weiter. Am Nachmittag erreichen wir unser Hotel. Es ist ein typisches Massenabfertigungs-Hotel, familiengerecht und 0815, aber es liegt direkt am Gate des Nationalparks und bietet damit die perfekte Ausgangsmöglichkeit, am nächsten Morgen ganz früh zu einer Safari aufzubrechen.

Unser erster, eigener Game Drive mit unserem Mietwagen gestaltet sich chaotischer als erwartet. Zwar bekommen wir vom Personal eine Karte ausgehändigt, auf der alle Fahrrouten durch den Krüger National Park eingezeichnet sind. Feinsäuberlich sind Fahrzeit, Entfernung und Straßenbeschaffenheit aufgeführt, was uns jedoch anfangs weniger beeindruckt. Auf gut Glück biegen wir dort ab, wo es uns gerade hinzieht. Unsere „Frei-Schnauze-Safari“ rentiert sich: alle fünf Minuten schalten wir den Motor ab, um Elefantenherden zu beobachten, oder Giraffen bei ihren Paarungskämpfen anzufeuern. Natur und Tiere sind so beeindrucken, dass wir völlig die Zeit und unseren Tank vergessen.

Um 15:30 fällt uns auf, dass wir weder genug Zeit, noch genug Tank haben, um rechtzeitig zur Schließung des Krüger Parks wieder zu unserem Ausgangsgate zu gelangen. Wir haben nicht mal eine Ahnung, wo genau in diesem 20.000 km² großen Nationalpark wir uns gerade befinden. Wir sind dazu gezwungen, die Notrufnummer zu rufen. Die Parkwächter, die 20 Minuten später an unserem Standpunkt eintreffen, sind weniger begeistert. Mit Touristen dieser Art haben sie es anscheinend öfter zu tun. Routiniert kippen sie einige Tropfen Benzin in unseren Tank nach und fahren uns voraus, um uns aus dem Park zu leiten. Wir sind mehr als dankbar, als wir im Dunkeln an unserem Hotel ankommen.

Am nächsten Tag zeichnen wir unsere Route durch den Park genau ein, markieren uns jede Kreuzung und jeden Schleichweg, den wir genommen haben. Die Ausbeute an Tierbeobachtungen ist heute ein wenig geringer, aber dafür ist das Erfolgserlebnis, als wir pünktlich um 17:30 den Park verlassen, umso größer.

Nach drei Nächten und gefühlten 3.000 geschossenen Fotos packen wir erneut unsere Koffer und brechen auf zu unserer letzten Station, Johannesburg.

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[aesop_chapter title=“Johannesburg“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“http://eichstaetter-datenblatt.wordpress.joergpfeiffer.de/wp-content/uploads/sites/4/2015/01/Johannesburg_Abreise.jpg“]

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Entgegen unseres Zeitplanes erreichen wir Johannesburg erst spät am Abend. Die Stadt an sich erleben wir nicht mehr. Wir übernachten in einem Hotel in der Nähe des Flughafens. Am nächsten Morgen geben wir lediglich unser Auto ab, und steigen am frühen Nachmittag in das Flugzeug, das uns zurück nach Deutschland bringt.

Drei Wochen haben wir nun in Südafrika verbracht. Die Erfahrungen, die wir gesammelt haben, die Menschen, die wir kennengelernt haben, die Natur, die wir bestaunen durften, die wunderschönen Orte und Städte, die wir besucht haben – all das hat sich in unserer Erinnerung eingebrannt und wird so schnell nicht mehr daraus verschwinden.