Studententreff AK Theke – mehr als nur eine Bar

Von Sarah Beham, Ilona Schmuttermaier und Olga Sterzer

Sie liegt direkt unter einer Kapelle und der damalige Bischof Dr. Alois Brems wünschte sich im November 1981 – bei der Eröffnung der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) – dass die Theke zu einem Treffpunkt für Studenten werden soll.

„Die Theke soll ein Haus einer Begegnungsstätte werden, für Studenten, die immer tiefer in eine Gemeinde hineinwachsen“.

Sein Wunsch wurde wahr: Heute ist die Theke für die meisten Studierenden ihr zweites Zuhause – hier trifft man Freunde und sitzt wie in einem Wohnzimmer zusammen.
Schon bald nach der Errichtung der KHG gab es die Idee, neben Gottesdiensten, Gesprächs-, Bildungs- und Freizeitangeboten auch einen Raum für einen Arbeitskreis (AK) einzurichten. Die ersten Räume der Theke waren jedoch im Kapuzinerkloster, in dem sich heute auch ein Teil der Universität befindet. Aus dieser Zeit stammt auch die Zusammenarbeit der Theke mit der Brauerei Gutmann. Kurz danach ist die Theke für eine Zeit in das Kellergewölbe in der ehemaligen Orangerie gezogen, bis sie schließlich mit dem Neubau der KHG 1981 am Kardinal-Preysing-Platz ihren heutigen Ort gefunden hat. Dort ist es während des Semesters fast jeden Tag voll.

 

Ein ganz normaler Abend

 

Das Team – die Thekenwirte

Franz Geitner

Von Anfang an engagierten sich Studierende ehrenamtlich als Thekenwirte. Dem Leiter der Theke und gleichzeitig Pastoralreferent Franz Geitner war und ist die Theke sehr wichtig:
„Weil wir als christliche Gemeinde einen Ort anbieten wollen, an dem sich Studierende zum Reden, Spielen, Arbeiten und Feiern treffen können. Es ist für uns eine zentrale Aufgabe, dass wir Möglichkeiten schaffen, dass Menschen sich begegnen können, Gemeinschaft entsteht und gepflegt werden kann. Das ist für uns ein wichtiger Teil gelebten Glaubens.“

Heute gibt es insgesamt 18 Thekenwirte. Da die Arbeit eherenamtlich ist, bekommen die Wirte keinen Lohn. Allerdings erhalten sie dafür eine kleine Aufwandsentschädigung von sechs Euro in der Stunde. Die Arbeit im Studententreff machen die meisten Thekenwirte nicht wegen dem Geld: Spaß steht hierbei an erster Stelle. Ein weiterer schöner Nebeneffekt für die Wirte: Jeder kennt sie in Eichstätt, und sie kennen jeden.

Und so wirst du Thekenwirt:
– Der-/Diejenige der Lust hat sich zu engagieren, schreibt dem Franz oder einem Thekenwirt eine Mail.

– Dann wird er/sie eingeladen zur Thekensitzung, die jeden Montag abends stattfindet.

– Es gibt bestimmte Kriterien, ob er/sie schon mal Erfahrung hatte in der Gastronomie, an welchen Tagen er/sie Zeit hat

– und ob er/sie einfach Lust drauf hat.

Das Thekenteam wächst bei der Arbeit zusammen: Sie schenken aus, füllen Getränke nach, bestellen sich manchmal eine Pizza in die Theke und unterhalten sich mit den Studierenden. Hier siehst du, seit wann die Thekenwirte im Team sind und was „besonders“ an ihnen ist.

 

Warum gehst du in die Theke?

Franziska Bohn (20, BA Journalistik aus Volkach)

„In der Theke trifft man sich, um vorzuglühen“

Zuzana Zechovska (21, Erasmus-Studentin aus Lanskroun)

„Hier gibt es das billigste Bier, es kostet nur 1,80 Euro“

Luisa Lamm (20, BA Journalistik aus Kirrlach)

„Hier gibt es so viel Verschiedenes, doch vor allem gibt es Typen“

 

Das billigste Bier in ganz Eichstätt

Weil die Theke keinen Gewinn erzielen möchte und die Einnahmen in den Erhalt der Theke fließen, wie zum Biespiel in einen neuen Beamer, eine neue Musikanlage, Spiele oder Trikots für die Theken-Mannschaft bei den Fußballturnieren in Eichstätt, kann sie das billigste Bier in ganz Eichstätt für 1,80 Euro verkaufen. Hochprozentiges gibt es hier nicht. Es ist schwierig, als Ehrenamtlicher die Verantwortung zu übernehmen, wenn Gäste zu laut sind oder sich nicht ordentlich aufführen. Außerdem will die Theke auf Türsteher verzichten. In der untenstehenden Grafik wurden die beliebtesten Kneipen in Eichstätt nach dem Bierpreis verglichen: Nach der Theke folgt das Café-Bistro Journal, mit einem Bierpreis von 2,40 Euro. Im Bogartz gibt es ein Bier für 2,50 Euro, im Nachtwächter für 2,60 Euro. Schlusslichter sind die Mojo Bar&Lounge mit 2,70 Euro und das Fiddler´s Green Irish Pub mit 2,70 Euro.

Der Weg zur Theke

Öffnungszeiten und Angebote der AK Theke:

Während des Semester hat die Theke täglich von 20 Uhr bis 1 Uhr geöffnet. Das letzte Getränk ist um 00:15 Uhr zu kaufen, bis 1 Uhr muss ausgetrunken sein. Während den Semesterferien sind die Thekenwirte selbst in den Ferien, daher ist geschlossen.
Infos:

Alle Spiele, die die Theke anbietet, können unter Pfandabgabe eines Ausweises ausgeliehen werden: Zur Spieleübersicht
Kickern und Darten kann jeder, der Lust hat und zuerst an den Geräten ist. Die Theke unterstützt zudem das Uniradio „Radio Pegasus“, das jeden Dienstag gegen 20 Uhr ausgestrahlt wird. Jeden Samstag wird dann ein Film in der Theke ausgestrahlt – welcher es ist, kann man über die Facebookseite des AK Theke erfahren zur Facebookseite der Theke

 

Veranstaltungen in der Theke

Viele Fußballspiele werden nicht nur während der Weltmeisterschaft, sondern auch zur Europameisterschaft und zur Champion-League ausgestrahlt. Bevor alle Zuschauer kommen, wird der Thekenraum kurzerhand zu einem „Stadion“ umgebaut, in dem gegrölt, gejubelt und gesungen werden kann. Bei gutem Wetter kann sogar im Garten der Theke gegrillt werden.


 
Geht man unter der Woche in Jeans und Pulli in die Theke, veranstaltet die Theke während des Semesters einige Partys, zu denen High Heels und Krawatten in Eichstätt ausgepackt werden können, die man hier sonst nicht braucht. Traditionell zu Beginn des Wintersemeseters tanzen alle Studierende auf der „Antanzfete“. Weitere Veranstaltungen sind die Karaokeparty, Kleidertauschparty oder Glühweinseminare.

 

 

Ein einzigartiges Highlight – der „Winterball“

Während des Wintersemesters findet jedes Jahr ein Uniball im alten Stadttheater Eichstätt statt. Doch im Wintersemester 2014 kam es zu organisatorischen Problemen. Im Sommer sind keine Präsidentenwahlen zustande gekommen und die neue Hochschulleitung konnte erst im Oktober ihr Amt antreten. Zeitlich war es also nicht mehr möglich, den Ball zu planen. Zudem hat die Studentin, die den Ball seither organisierte, die Uni verlassen und es konnte sich keiner finden, der diese Aufgabe übernommen hätte. Das Mentorat und die KHG hatten also die Idee, den Uniball zu einem „Winterball“ umzubenennen und ihn in der Theke zu veranstalten. Thekenwirte, Studierende vom Studiengang Religionspädagogik und Theologie schlossen sich zusammen, um die gemütliche Theke in eine schicke Location zu verwandeln. Am 18.12.14 kamen um die 250 Studierende in Abendgarderobe, um wieder einmal die Tanzschritte auspacken zu können, die damals für den Abiball gelernt wurden. Von 19.30 Uhr bis 2 Uhr morgens schenkten Thekenwirte aus – Studierende tanzten. Doch dieser Ball sollte zum ersten und letzten Mal stattgefunden haben. Deshalb haben wir die Erwartungen der Studierenden, den Aufbau der Thekenwirte und die Party selbst in einem Film festgehalten.

Vier Euro kostete der Eintritt – im Vergleich zu den Eintrittspreisen im alten Stadttheater ein Schnäppchen. Dort mussten die Studierenden bisher 13 Euro zahlen. Nächstes Wintersemester, 2015/2016, ist sich Franz Geitner sicher, dass Studierende wieder beim Uniball im alten Stadttheater tanzen können. Doch der „Winterball“ hätte Chance darauf, eine Konstante in Eichstätt zu werden – wie die traditionelle Antanzfete.